Am 09./10. März fand das dritte Developer Camp statt, dieses Mal im Rahmen der ersten Wuerzburg Web Week. Was sollen wir schreiben: Es war wieder mal großartig, viele Sessions, 170 Teilnehmer aus ganz Deutschland und mit DevCamp.create ein eigener Kreativ-Track.

Ein Barcamp ist ja immer auch eine Wundertüte, was die Sessions betrifft. Auch wenn es im Vorfeld schon zahlreiche Vorschläge und Wünsche gab, weiß man ja immer nicht, wie letztlich das Programm aussieht.

Das Themenspektrum war wieder sehr breit von Diskussionsrunden “ReCREWtment in der IT” oder “Soft Skills für Softwareentwickler” bis hin zu Dingen wie “Scheme” oder “Haskell”.

Session Softskills in der IT Rückblick auf das Developer Camp 2018

Ein Teilnehmer bekam sogar eine Einführung in PHP.

Building (a) Legacy – von Vorfahren lernen

Einen Blick in die Menschheitsgeschichte warf Frank Prechtel in seinem Vortrag “Building (a) Legacy”, den er mit Nichtnachvollziehbarkeit der Werke unserer (keltischen) Vorfahren mangels Dokumentation einleitete: Was war beispielsweise der Sinn von Stonehenge? Was werden Archäologen denken, wenn sie in 7.000 Jahren ein Tamagotchi oder eine HoloLense ausbudeln?

Ein Beispiel für die Vergänglichkeit unserer Werke der Softwareentwicklung ist etwa die geringe Halbwertszeit von JavaScript-Frameworks. Oder das Gegenteil: Man denke an altem Cobol-Code in Banken und Behörden.

Trotz aller Unzulänglichkeiten unserer Werke sollte man sich, seiner Meinung nach, gerade als IT-ler vor Augen führen, dass wir in nur drei Menschengenerationen von primitiven Rechnern zu Wunderwerken der Technik wie Smartphones mit mobilem Internet gekommen sind und man sich trotz des widrigen Projektalltags glücklich schätzen sollte, nicht das kurze und brutale Leben unserer Vorfahren führen zu müssen. Wahre Worte.

Rechnen mit Wörtern

Und wenn wir schon beim Thema “Archäologie” sind: Die Mathematik ist ja eine der ältesten Wissenschaften und rechnen kann man auch mit Wörtern, Stichwort “Natural Language Processing”. Philip stellte in seinem Vortrag eine Methode vor, mit der man Wörter in Vektoren umwandeln kann. Mit diesen Vektoren lässt sich dann die semantische Verwandtschaft von Wörtern errechnen, indem man die “Entfernung” der zu den Wörtern gehörenden Vektoren zueinander ermittelt.

Fragt man die Maschine beispielsweise nach der Lösung von

“König” – “Mann” + “Frau” = ?

Da wird ein Vektor herauskommen, der dem Vektor von “Königin” sehr nahe ist.

Vielleicht hilft uns Mathematik, zukünftig Missverständnisse und damit zwischenmenschliche Konflikte zu vermeiden?

Weitere Sessions im Schnelldurchlauf (Auszug)

Coding Ninjas: Christopher präsentierte mit “Coding Ninjas” eine interaktive Firmenpräsentation im Stil eines zweidimensionalen Jump-’n‘-Run-Spiels auf Basis von Node.js. Mehr dazu liest Du in diesem Blogartikel, das Spiel findest Du hier.

Awesome List: In “Wie hast Du was gelernt” sind die Teilnehmer der Frage nachgegangen, mit Hilfe welcher Quellen im Internet sie neue, spannende Technologien und Methoden kennengelernt haben. Herausgekommen ist die Awesome List, die anderen helfen soll sich weiterzuentwickeln.

Neben der Awesome List findest Du in unserem GitHub-Repository weitere Slides von Vorträgen. Falls Deine noch fehlt, bitte hinzufügen.

DevCamp.create

Wie eingangs erwähnt hatten wir dieses Jahr einen eigenen Kreativ-Track mit zehn Sessions und einer “Exclusive Design Challenge” am Samstag. Was sich dahinter verbirgt, liest Du in diesem Blogartikel https://blog.mayflower.de/6643-exclusive-design-challenge.html

Wir werden noch einen eigenen Rückblick zu DevCamp.create veröffentlichen, nur so viel jetzt schon: Wir haben uns gefreut, dass auch viele Entwickler die Möglichkeit genutzt haben, sich zu den Themen Design, Usability und User Experience auszutauschen. Die Sessions waren gut besucht …

Fazit

Eingangs hatten wir ja geschrieben, dass wir Teilnehmer aus ganz Deutschland hatten, unter anderem aus Flensburg.

Was noch zu sagen wäre

Es hat uns wieder sehr viel Spaß gemacht, nur das Wetter, das war dieses Mal nicht so super; immerhin hatte niemand hinterher einen Sonnenbrand (wie 2017).

Danke an alle, die das DevCamp zu diesem tollen Event gemacht haben, auch an die Sponsoren, die zahlreiche eigene Sessions angeboten haben, ErgoDirekt, s. Oliver, EMnify, Lidl Digital. Für die Verlosung am Ende standen uns wieder zahlreiche Bücher zur Verfügung, Danke daher auch an: Carl Hanser Verlag, Rheinwerk, dpunkt.verlag, mitp und O’Reilly.

Wann das nächste DevCamp stattfinden wird, wissen wir nicht. Unser Tipp: Schau beim Software Engineering Camp in Erlangen vom 16. bis 18. November vorbei. In diesem Sinne: bis zum nächsten Mal!